Mentorenprogramm

Das Mentorenprogramm

Um unsere Studenten bei den zahlreichen Herausforderungen eines Masterstudiums, das zur Hälfte in Spanien zu absolvieren ist, gut zu unterstützen, haben wir ein Mentorenprogramm ins Leben gerufen. Alle Studenten erhalten einen Mentor, an den sie sich gezielt mit Fragen zum Studium und zu Studienorganisation wenden können.

Auf dieser Seite stellen sich unsere beiden Mentoren sowohl fachbezogen wie auch in ihrem persönlichen Bezug zu Spanien vor.

Prof. Dr. Hanno Ehrlicher

Als Professor für iberoromanische Literaturwissenschaft bin ich auch ein Hauptverantwortlicher und Mentor des Studiengangs Hispanistik International.

Gebürtiger Münchner, führte mich mein wissenschaftlicher Werdegang zunächst nach Würzburg, wo ich neben Germanistik und Philosophie auch mit dem Studium der Hispanistik begann. Ein Jahr verbrachte ich dann an der Universität Salamanca – ein besonders prägendes Jahr für mich – und beendete mein Studium dann an der Freien Universität Berlin, wo ich auch promovierte. Ich habilitierte an der Universität Heidelberg mit einer Arbeit zum spanischen Siglo de Oro und bekam dann nach einem Jahr als Heisenberg-Stipendiat, das ich auch für mehrere Forschungsaufenthalte in Lateinamerika (Havanna, Mexiko Stadt und Buenos Aires) nutzte, Ende 2011 den Ruf an die Universität Augsburg, wo ich neben meiner Professur auch das interdisziplinäre Institut für Spanien-, Portugal- und Lateinamerikastudien (ISLA) leite.

 

 

 

Meine Arbeitsschwerpunkte sind zum einen die Literatur der klassischen Epoche Spaniens, das Siglo de Oro, wobei ich mich mit allen Gattungen beschäftige (z.B. mit dem Theater Lope de Vegas und Calderóns, mit den Romanen von Cervantes, mit der Lyrik Luis de Góngoras), zum anderen Modernismo und Avantgarden, Hauptströmungen der spanischsprachigen Moderne Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Dabei interessieren mich insbesondere die transatlantischen Verbindungen zwischen Spanien und Lateinamerika und für Kulturzeitschriften als wesentliche Medien des kulturellen Austauschs. Ein dritter Schwerpunkt, den ich auch sehr gerne mit der Lehre verbinde, liegt im Bereich des zeitgenössischen spanischsprachigen Films (Luis Buñuel, Carlos Saura, Iván Zulueta, Pedro Almodóvar, David Trueba etc.). Film fasziniert mich als ein Medium, in dem kollektive Ängste und Wünsche einer Kulturgemeinschaft besonders deutlich zum Ausdruck kommen.

 

Neben Literatur und Film schätze ich am spanischen Kulturraum besonders die „gracia“, den Sprachwitz und die Lebensfreude der Menschen, die vielfältigen Landschaften und die gute Küche, die ich mit zunehmendem Alter immer mehr genieße.

 

Als Mentor berate ich Sie gerne in allen Belangen und bemühe mich, Sie mit meiner Erfahrung und meinen Kontakten bei Ihrem individuellen Weg durchs Studium zu unterstützen. Sie brauchen Hilfe bei der Suche nach geeigneten Förderungen für ihre Masterarbeit oder bei der Organisation eines Praktikums? Bei mir sind Sie an der richtigen Adresse.

Der Master Hispanistik International ist Ihre individuelle Studiengeschichte, persönliche Geschichte, kulturelle Vernetzungsgeschichte. Sie darin bestmöglich zu begleiten und zu beraten, ist meine Aufgabe als Mentorin: sind Sie praxisorientiert und wollen sich in wirtschaftlichen, kulturinstitutionellen, didaktischen oder noch anderen Organisationen auf ein hispanistisches Berufsfeld vorbereiten? Was sind Ihre individuellen Forschungsinteresen, und wie setzen Sie diese am besten um? Wie kann ich Sie in organisatorischen Bereichen unterstützen? Diese Fragen gemeinsam zu beantworten soll dazu beitragen, Ihr Masterstudium vielschichtig zu gestalten, plausibel auf bereits Gelerntem aufzubauen und expandierte, zukunftsweisende Perspektiven wahrzunehmen.

 

Romana Radlwimmer, in Wien 2012 in Hispanistischer Literatur- und Kulturwissenschaft promoviert. 2008-09 Referendariat Spanisch in den USA. 2009-14 Profesora Lectora für Literatur, Medien-/Film- und Kulturwissenschaften an der Universidad de Salamanca (Departamento de Filología Moderna). 2014-16 Pós-Doutoramento Universidade de Lisboa (Departamento de Estudos Românicos), in dessen Rahmen 2015-16 als Fulbright Visiting Scholar ans Latina/o Studies Program der University of Missouri, Kansas City, geladen. Intensive und extensive Brasilien-, Mexiko- und Tex-Mex-Grenzland-Aufenthalte. Seit 2016 wissenschaftliche Mitarbeiterin Romanische Literaturwissenschaft Iberoromanistik an der Universität Augsburg. Literaturwissenschaftliche Publikationen auf Spanisch, Deutsch, Englisch und Portugiesisch; Monographie: Wissen in Bewegung. Latina-Literaturtheorie/Kulturtheorie/Epistemologie (Königshausen&Neumann 2015).

 

Dr. Romana Radlwimmer

Insgesamt sechs Jahre lebte ich in Spanien und studierte, forschte und unterrichtete dort an Universitäten: der Universidad Autónoma de Madrid und der Universidad de Salamanca. Noch immer ticke ich nach spanischen Uhren, um 14h mittags-hungrig, um 16h siesta-schläfrig, Abendessen gerne nach 22h. Leicht irritiert über kurz angebundene Gespräche, leere oder leise Strassen, die Notwendigkeit, diesen Schönwettertag nutzen zu müssen. Ein wenig zu spät, aber nur fünf Minuten, höchstens zehn. Ein wenig zu herzlich im deutschen Konversationsrahmen. Dass unser Verständnis von Normalität, unsere Tagesabläufe, Gedankenformen, sogar Emotionen abhängen von den kulturellen Praktiken, in die wir uns einfügen; wie sich mein Lebensrythmus an Zentralspanien anpasste, sich dort anders, ungewohnt, überraschend ausbreitete, konnte ich auf keiner deutschsprachigen Universität so verstehen lernen wie durch meinen Halbinseljahre.